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Band 9

Schmidt, Thomas
Engagierte Artistik
Satire, Parodie und neo-emblematische Verfahren im Werk Günter Kunerts

1998. 314 Seiten mit 10 Abbildungen – 155 x 225 mm. Kartoniert
ISBN 978-3-932004-53-7

 

39,00 EUR

Produkt-ID: 978-3-932004-53-7  

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Günter Kunert gehört zu den bedeutenden Autoren der deutschen Nachkriegsliteratur. Sein Werk aber ist noch weitgehend ein Desiderat der Forschung. Die unterschiedliche Qualität seiner Texte, die Anfänge in der 'DDR-Literatur' und die Medienpräsenz während der achtziger Jahre haben ein Vorurteil entstehen lassen, das seine kritische Würdigung behindert.
Die vorliegende Arbeit untersucht Kunerts Spiel mit den überlieferten Formen und Topoi und legt exemplarisch das Geflecht der Anspielungen in den Texten frei, um die parodistische und satirische Qualität der Kunertschen Schreibweise zu analysieren und in die Poetik des Abtötungsverfahrens und des Stillebens einzuordnen.
Die Untersuchung zeichnet das Vexierspiel der Texte nach und erweist so, wie wenig eindeutig und 'lehrhaft' Kunertsche Gedichte trotz ihrer scheinbaren Übereindeutigkeit in Wahrheit sind.
Das zentrale Charakteristikum eines Kunert-Gedichts ist die Beziehung zwischen dem Gedicht und einem Bild (oder Text), auf das bzw. den es sich in vielfältigen Überlagerungen bezieht. Diese Einsicht ist das heuristische Prinzip der Detailstudien, die - dem heterogenen Charakter des Werkes entsprechend - sehr verschiedenartige Texte aus unterschiedlichen Phasen des Werkes heranziehen.
Das erste Kapitel konzentriert sich auf poetologische Texte und 'neuere Gedichte', die Kunert nach dem Verlassen der DDR veröffentlicht hat. Das zweite Kapitel untersucht exemplarisch Bildaufschriften in engeren Sinne: Gedichte, Kurzprosa und eine Auftragsarbeit für das Fernsehen. Am Schluß steht eine Untersuchung des Romans Im Namen der Hüte. Hier entsteht jener apokalyptische Bildkosmos, den Kunert bis heute mit wachsender Routiniertheit variiert.
Die Analyse des Romans zeigt, daß auch in Kunerts Prosa die Fähigkeit hilft, Texte zu 'sehen', um deren Bildsystem, das auf das Bildgedächtnis der Zeit und des Autors verweist, zu verstehen.