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Band 16

Schümann, Daniel
Oblomov-Fiktionen
Zur produktiven Rezeption von I. A. Gončarovs Roman Oblomov im deutschsprachigen Raum

2005. 534 Seiten mit zahlreichen Abbildungen – 155 x 225 mm. Kartoniert
ISBN 978-3-89913-424-7

 

68,00 EUR

Produkt-ID: 978-3-89913-424-7  

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Es gibt nur wenige Figuren aus der russischen Literatur, die eine ähnlich große internationale Bekanntheit erlangt haben wie der Titelheld des Romans Oblomov von Ivan Aleksandrovic Goncarov. Das Werk, das im russischen Realismus entstand, zeichnet ein vielschichtiges Porträt des antriebsarmen Gutsbesitzers Il'ja Il'ic Oblomov, der die meiste Zeit im Liegen verbringt. Trotz einiger Unterstützungsversuche seines deutsch-russischen Jugendfreundes Andrej Štol'c und seiner Verlobten Ol'ga Il'inskaja gelingt es Oblomov nicht, sich zu einer aktiveren Haltung durchzuringen und seine hoch fliegenden Lebenspläne in die Tat umzusetzen. Statt dessen bleibt er passiv und verbringt seine Tage mit Essen und Schlafen, bis er mit Anfang vierzig einem Schlaganfall erliegt. Obwohl seit dem ersten Erscheinen des Romans im Jahre 1859 nahezu anderthalb Jahrhunderte vergangen sind, scheint Goncarovs Protagonist von zeitloser Aktualität zu sein. Ungeachtet aller äußeren wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Veränderungen hat er Generationen von Lesern in seinen Bann geschlagen; derzeit lassen sich keine Anzeichen dafür erkennen, dass sich dies in absehbarer Zeit ändern wird. Dabei decken die Rezipientenmeinungen über die Figur ein erstaunlich breites Spektrum zwischen Idolisierung und Perhorreszierung ab. So ist Oblomov für die einen ein leuchtendes Vorbild der Unkonventionalität oder eines spirituellen Lebensentwurfes, während andere in ihm ein abschreckendes Beispiel geistigen und sozialen Verfalls sehen.
Schümanns Studie gibt einen Überblick über wesentliche Stationen der kritischen Rezeption des Romans und zeigt zudem, auf welch vielfältige Weise Goncarovs Figur auch außerhalb des herkömmlichen Literaturbetriebs fortlebt (z. B. in den Namen von Kneipen). Den Schwerpunkt der Arbeit bilden die exemplarische Analyse und der Vergleich von zehn einzelnen künstlerischen Werken aus dem deutschsprachigen Raum, die auf Goncarovs Roman zurückgreifen. Die untersuchten Beispiele stammen aus den Bereichen Prosa, Drama, Radio sowie Film und Fernsehen. Unter den Autoren dieser "Oblomov-Fiktionen" sind bekannte Namen wie Paul Nizon und Franz Xaver Kroetz, während andere, etwa Jörg Michael Koerbl oder Christoph Martin, teilweise zu Unrecht bisher wenig Beachtung fanden. Ein Anhang mit einigen Autorenkommentaren, eine Übersicht der bisher bekannten Olomov-Dramatisierungen sowie ein umfangreicher Namensindex beschließen den Band.

There are but a few characters in Russian literature who have become as popular the world over as the eponymous hero of Ivan Aleksandrovic Goncarov's novel Oblomov. Written within the cultural framework of Russian realism, this book presents a highly intriguing portrait of Il'ja Il'ic Oblomov, a young Russian landowner who spends most of his life in bed. Although both his half-German friend Andrej Štol'c and his fiancée Ol'ga try hard to awaken Oblomov to a more active lifestyle, nothing can induce him to put even the humblest of his ambitious plans into practice. Instead, he continues to lead a life centred on food and sleep until, barely in his fourties, he dies from a stroke.
Almost one and a half centuries have passed since the publication of the novel in 1859. Nevertheless, Goncarov's protagonist seems to have a timeless appeal. The economic, social and cultural face of the earth may have changed completely in the meantime, but Oblomov continues to fascinate readers worldwide. So far, there have been no indications that this may change any time soon. Critics are remarkably divided between the idolisation and condemnation of the main character. While some see Oblomov as a staunch defender of unconventional and spiritual values, to others the Russian nobleman is a repulsive example of mental and social degeneration.
In his book, Schümann gives a survey of pivotal stages in the critical reception of the novel. Moreover, Oblomov-Fiktionen also offers the reader insights into various areas beyond the scope of traditional textual studies where Oblomov's presence is also felt (e. g. in the names of pubs and restaurants). The bulk of the study, however, consists of the comparative analysis of ten different Oblomov-related works created by German-speaking authors. The examples discussed belong to genres as divers as fiction, drama, radio and TV plays, and feature films. Some of the creations were written by well-known German-speaking authors such as Paul Nizon or Franz Xaver Kroetz. Others have unjustly attracted only little attention the general reading public (e. g. Jörg Michael Koerbl, Christoph Martin). Schümann's book includes an appendix with comments made by some of these authors on their own works and on their relationship with Goncarov's novel, a list of all the stage adaptations of Oblomov, as well as a comprehensive index.

Blick ins Buch bei: Libreka