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Band 25

Hümmer, Ewald R.
Bodenreform in den Westzonen

2000. 310 Seiten – 155 x 225 mm. Kartoniert
ISBN 978-3-933563-75-0

 

39,00 EUR

Produkt-ID: 978-3-933563-75-0  

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In den ersten Nachkriegsjahren wurden auf Veranlassung der Besatzungsmächte in den Westzonen Gesetze zur Änderung der Besitzverhältnisse an Grund und Boden erlassen. Der Fokus dieser Gesetzgebung der ersten Stunde lag auf den Schwerpunkten Daseinssicherung, Flüchtlingsintegration, Entnazifizierung und Demokratisierung. Mit den Reformgesetzen und ihrer Umsetzung in der Ostzone hatte diese jedoch nur den Namen und die allerersten Impulse gemein. Die Entstehung mit den politischen Rahmenbedingungen, die inhaltliche Ausgestaltung dieser westzonalen Gesetze sowie die Ursachen ihres Scheiterns werden näher beleuchtet. Der angestrebte organische Umbau der Bodenbesitzverhältnisse sollte sowohl sozialverträglich als auch nach rechtsstaatlichen Grundsätzen erfolgen. Die Durchführung einer derart entschädigungs- und damit kostenintensiven Reform in einem wirtschaftlich zerstörten Land unter gleichzeitiger Beibehaltung rechtsstaatlicher Grundsätze sollte sich jedoch als extrem schwierig erweisen. Lähmend wirkte sich auch der Wunsch nach einer Reform aus, ohne jedoch eine Präjudizierung oder Beschränkung des Selbstbestimmungsrechts in dem wieder erstandenen Staatsgebilde herbeizuführen. Letztlich sollte sich das gesetzte Ziel als zu hoch gesteckt erweisen. Nicht zuletzt da die politischen Verhältnisse den Kompromiß einforderten, der Mitwirkungs- und Ausnahmeregelungen zeitigte und damit eine schnelle Umsetzung verhinderte. Zudem waren die Zeichen der gesellschaftlichen Neuorientierung nicht erkannt worden: Einer Entwicklung in Richtung verstärkter Industrialisierung und Abkehr von agraren Strukturen. Schon in den 50er Jahren verliert sich dann auch die Spur der westdeutschen Bodenreform und die Spannungen zwischen Privateigentum und sozialer Verantwortung werden auf anderen Schauplätzen ausgetragen. Die Anstrengungen zur Bodenreform wurden in der unmittelbaren Nachkriegszeit unternommen, doch verliert die Thematik der Grundbesitzreform als solche allerdings nicht an Aktualität als Schlüssel zur Lösung von gesellschaftlichen, politischen und ökologischen Problemen. Dies zeigt sich unter anderem an Reformbestrebungen in Staaten der Dritten Welt mit Resten von "feudalen Strukturen". So gibt die Aufarbeitung rechtshistorischer Tatsachen wertvolle Impulse für die aktuelle Rechtswirklichkeit und deren Entwicklung.