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Band 9

Birk, Eberhard
Der Funktionswandel der West-Europäischen Union (WEU) im europäischen Integrationsprozeß

1999. 298 Seiten – 155 x 225 mm. Kartoniert
ISBN 978-3-933563-32-3

 

39,00 EUR

Produkt-ID: 978-3-933563-32-3  

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Von allen europäischen Institutionen blieb der Westeuropäischen Union (WEU) das öffentliche und wissenschaftliche Interesse am längsten vorenthalten. Als "Erinnerung" an die verspielte Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG), scheinbar kontur- und profillose Organisation wird die WEU - gleichwohl als Forschungsparadigma -, trotz formaler Eigenständigkeit allenfalls in Form eines Annex oder Subsystems der E(W)G oder NATO nachgeordnet verstanden, überwiegend als "Bündnis im Schatten" stigmatisiert und marginalisiert. Gemessen am Erfolg und real erlebter Wirksamkeit der beiden dominanten Institutionen, kam es fast zwangsläufig zu einer Schieflage in der Perzeption der Rolle der WEU. Zudem ist dieser Ansatz problematisch, wurde hierbei doch meist eine in die Vergangenheit zurückprojezierte Funktion - "europäische Verteidigungsorganisation" - als mangelhaft erfüllt kritisiert, die die WEU zu keinem Zeitpunkt hatte.
Die hier im Rahmen einer neuen Gesamtwürdigung vorgenommene Analyse revidiert die in der Regel in der Literatur vertretene skeptische Beurteilung der jahrzehntelangen Geschichte der WEU. Ausgehend von einem theoretisch-modellhaften, nach subjektiven und objektiven Primär- und Sekundärfunktionen differenzierenden Interpretationsansatz skizziert der Autor den historisch-politischen graduellen und aktuellen qualitativen Funktionswandel, den die WEU mit ihrer Revitalisierung vollzogen hat: vom Rüstungskontrollregime zum Vehikel der Europäischen Sicherheits- und Verteidigungsidentität.
Nach einer Forschungsstand und Erkenntnisinteresse vorstellenden Einführung werden in acht Kapiteln und zwei Exkursen systematische und entwicklungsgeschichtliche Aspekte aufeinander bezogen. Die Kapitel "Theorem" und "Prolog" thematisieren Erklärungsmuster und die Rahmenbedingungen internationaler Politik vor der Entstehung der WEU. "Genese" und "Lethargie" analysieren den Kontext der Konstituierung sowie ihre rüstungskontroll- und europapolitische Leistungsbilanz bis zur "Revitalisierung". Anschließend erfolgt durch mehrere Abschnitte ("Anastasis", "Status quo", "Europäische Sichreheits- und Verteidigungsidentität", "Multinationale Streitkräftestrukturen" und Parlamentarische Versammlung der WEU")die Fokussierung auf die Herausbildung und Entwicklungsphasen der neuen Primärfunktion der WEU. Im letzten Kapitel - "Paralyse" - prognostiziert der Autor die nun durch den Kosovo-Konflikt forciert betriebene Überführung der WEU in ein zentrales EU-Exekutivorgan.
Ein ausführlicher Anhang mit Auszügen aus Verträgen und Kommuniqués, Zeittafel, Organigramm, Verzeichnis der WEU-Mitgliedschaftskategorien und Abkürzungen sowie ein umfangreiches Quellen- und Literaturverzeichnis ergänzen die vorgelegte Studie benutzerfreundlich.