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Band 3

Riedel, Andreas
Das Leib-Seele-Verhältnis in der Medizin als Ausdruck des Verhältnisses von Wissenschaft und Unwissenschaft

2004. 324 Seiten - 155 x 225 mm. Kartoniert
ISBN 978-3-89913-324-0

 

42,00 EUR

Produkt-ID: 978-3-89913-324-0  

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Platon bemerkte vor mehr als 2000 Jahren, dass das Fach Medizin sich nicht als "reine" Wissenschaft verstehen lässt. Bei Lektüre der aktuellen medizinischen Fachpresse - ebenso wie bei Betrachtung dessen, wie Medizin im öffentlichen Bewusstsein repräsentiert ist - scheint diese Feststellung als nicht mehr zeitgemäß verworfen werden zu müssen. Dem ist aber, wie das vorliegende Buch zu zeigen versucht, nicht so. In systematischer Weise werden die verschiedenen Grenzen wissenschaftlichen Vorgehens in der Medizin aufgewiesen, wobei deutlich wird, dass die unwissenschaftlichen Anteile der Medizin keineswegs zufällige Atavismen sind, sondern notwendige, der Sache entspringende und dem Fach entsprechende Strukturmomente, die es bewusst zu halten und zu pflegen gilt.
Innerhalb der verschiedensten Strömungen der heutigen Medizin findet sich der (aus "monistischer Intuition" heraus durchaus verständliche) Wunsch nach der einen, in sich schlüssigen Erkenntnismethode, mit der der Mensch, sein Körper und sein Zusammenspiel mit der Welt vollständig verstanden werden könne. Dieser Wunsch ist implizit im naturwissenschaftlichen Reduktionismus gleichermaßen enthalten wie in jenen alternativmedizinischen Richtungen, die sich "Ganzheitlichkeit" auf die Fahnen geschrieben haben. Die Frage danach, inwieweit dieser Wunsch in der Medizin seine Berechtigung hat und inwieweit er in Anbetracht des strukturell bedingten Pluralismus medizinischer Erkenntnismethoden unerfüllbar bleiben muss, schließt sich an die Frage nach den Plätzen von Wissenschaft und Unwissenschaft in der Medizin an.
Ebenso wie die Frage nach der Wissenschaftlichkeit in der Medizin ist auch die Auffassung des Leib-Seele-Verhältnisses in der Medizin (vor allem bei Zusammenschau verschiedener medizinischer Unterdisziplinen) von nur scheinbarer Klarheit geprägt. Beispielsweise bleibt im heute üblichen kausalen Verständnis seelischer Vorgänge die Frage nach Freiheit, Schuld und Verantwortung zuerst einmal ungeklärt. Hier wird versucht, ein besseres Verständnis des Leib-Seele-Verhältnisses in der Medizin zu erlangen, indem es als Ausdruck des Verhältnisses von wissenschaftlicher und unwissenschaftlicher Perspektive verstanden wird. Dabei wird deutlich, dass wissenschaftliche und unwissenschaftliche Perspektive klar definierte Plätze brauchen, dass beide Perspektiven ihre eigenen, voneinander sehr unterschiedlichen methodischen Regeln und Wissensarten haben und dass in radikaler Weise auf reduktionistische Hierarchisierung der Perspektiven verzichtet werden muss.
Die hier umrissenen Fragestellungen werden im vorliegenden Band unter Hinzuziehung medizinischer Beispiele ausführlich dargestellt, in weitgehend allgemeinverständlicher Sprache in eine fassbare Struktur gebracht und vor dem Hintergrund der Gedanken verschiedener Philosophen (u.a. Ernst Cassirer, Thomas Nagel, Thomas Metzinger, Maurice Merleau-Ponty und insbesondere Karl Jaspers) eingehend bearbeitet.